Was das Tagesgeschäft schluckt – oder: Wo das Herz schlägt.

12.07.2019

Es gibt Projekte für’s Konto. Und es gibt Projekte für’s Wohlfühlkonto. Und was Tobi und ich in den letzten Wochen mit dem Support vom VfL Osnabrück und dem Druckhaus M&E umgesetzt haben, geht mitten in mein kleines Herz.

Der Aufstieg kam überraschender als man denkt. Klar, es war schon ziemlich früh klar, dass der VfL Osnabrück es in dieser Saison packen wird und den Weg in die 2. Liga antritt, aber dennoch kam der Tag schneller, als erwartet. Ich wusste zu dem Zeitpunkt, das mein Kameramann der Herzen, Raoul, zum Arbeiten in Mumbai sein würde.  Alleine den Aufstieg filmen – wohl möglich auch den Platzsturm, was auch immer kommen würde – da war ich schon irgendwie etwas aufgeregt. Bin sonst ja nicht mehr alleine, bei Produktionen.
Beim Essen mit Tobi und René kam dann der Gedanke, nicht nur Bewegtbild zu sammeln, sondern das Ganze auch fotografisch festzuhalten. Wenn Wein fließt, laufe ich ja zu Hochtouren auf – deshalb war ich auch direkt davon überzeugt, dass es OBER Sinn macht, einen „Nicht-Sport-Fotografen“ einzusetzen, um mal einen etwas anderen Blick auf solche Feierlichkeiten zu bekommen, als man es sonst gewohnt ist.

Dann war der Tag des Aufstiegs da. Und Tobi war da. Und ich war auch da. Leibchen an, Abfahrt.

Diese Ganze Aufstiegsnummer fühlt sich rückblickend immernoch unwirklich an. Tobi und ich standen vor dem Nordeingang, die Leibchen voll mit Milchshake und Bier und hatten den gleichen Gesichtsausdruck – Erschöpft und glücklich. Wissend, dass es das noch nicht gewesen sein soll. Dass da ja noch der Pokal kommt. Und die Meisterfeier auf dem Rathausplatz.
Richtig verballert bin ich dann nach Hause getingelt und habe mir auch erstmal ein Bier aufgemacht. Ich habe am Ende des Tages noch ein kurzes Video geschnitten. Wusste, mit den Feierlichkeiten der nächsten Wochen würden sich bei mir noch ganz andere Mengen an Material ansammeln.

Beim Abschluss, der Pokalübergabe, hatte ich dann den Support von Raoul & Jan an der Kamera (Pure Love!). Wieder an der Nord mit Tobi getroffen. Wieder den ganzen Tag durchgezogen.
Nach Hause. Video für den Rathausplatz geschnitten.
Ich sitze vor dem PC. Tobi schreibt: Die Bilder sind der Wahnsinn. Wie ist das Video-Material? Ich muss grinsen, freue mich über die Shots von den Jungs und gehe um 2 Uhr ins Bett, um am nächsten Tag beim Empfang fit zu sein.

Rathausplatz. Raoul, Tobi und ich – alle immer noch am Grinsen. Irgendwann ist man nicht mehr müde. Da hat man so Bock, diese ganze Geschichte zu erzählen, dass es egal ist, was passiert. Man zieht durch – und das macht einen glücklich. Man weiß, dass es gut ist, was man macht. Da ist es in dem Moment auch erst einmal egal, was daraus wird. Die Momente, die man bei so etwas festhalten kann, sind magisch. Und Teil von so etwas zu sein, macht einen unfassbar stolz.

Tobi gibt abends noch ein paar Shots rüber, für Instagram und Facebook. Im Kopf macht sich ein Gedanke breit: Wie kriegen die Leute das jetzt eigentlich zu sehen, was wir hier gezaubert haben? Ein bisschen Insta? Ein bisschen Facebook? Meine Videos waren ja schon online (auch wenn das nur ein minimaler Teil ist von dem, was wir tatsächlich geschossen haben). Aber was passiert mit diesen unsagbar guten Fotos? Archiv? Oh Gott, bitte nein.

Schnell haben wir das Gespräch zum VfL gesucht. Klar, alles ist cool. Alles ist machbar – aber gerade jetzt sind andere Dinge auf dem Zettel. Der VfL Osnabrück ist aufgestiegen. Was in der Kommunikationsabteilung auf dem Tisch liegt, konnte ich mir und kann man sich nicht vorstellen. Lizenzierung, Trikotvorstellung, Trainingslager, Presseanfragen, Neuverpflichtungen.
Sowohl Sebastian, als auch René waren offen für unsere Idee. Aber immer wieder fällt das Wort „Tagesgeschäft“. Ich merke, wie ich innerlich unruhig werde. Fast schon sauer. Ich bin ein visueller Mensch, will, dass die Leute Tobis Bilder in den Händen halten können. Vielleicht verschenken, sich unterschreiben lassen. Und ich weiß, wenn wir es jetzt nicht machen, dann interessiert das im Winter auch keinen mehr. Das ist Fußball, man. Das ist was für’s Herz. Ich will JETZT nochmal erleben, was diesen Sommer passiert ist. Und nicht erst im Winter. Nicht erst dann, wenn vielleicht wieder alles anders ist. „Was ist, wenn wir es selber machen?“

Der VfL gibt uns ein GO. Will, dass wir etwas, für das wir so brennen, umsetzen können. Nur müssen wir es eben selbst abwickeln. Classic Danneberg-Zitat: „Drauf geschissen.“ Mir war zwar in dem Moment noch nicht so bewusst, wie viel Arbeit das wirklich ist, aber verdammt nochmal – es war alles jede Mühe wert.

Angefangen herum zu telefonieren. Bei M&E einen tollen Ansprechpartner gefunden. Lokale Produktion: Check
Mit Tobi getroffen. Gelernt, wie sehr es weh tut, Bilder auszusortieren. Layout gebastelt: Check.
Finale Zusage vom VfL, dass der Fanshop das Magazin für uns verkauft. Sich richtig abgeholt fühlen: Check.
Dann der Anruf von M&E. Hinfahren. Magazin anfassen. Sprachlos sein. Tobi drücken.
Zum VfL fahren. Magazin zeigen. Nur gutes Hören.

Und jetzt ist es da. Wird ab Sonntag verkauft und ist das erste Mal, dass Tobi und ich sowas umgesetzt haben.
Tobi, ich bin dir dankbar für alles. Vor allem für’s positiv bleiben, wann immer ich mal wieder nicht in der Lage war, mich aus meinem Wutmodus selber rauszuziehen. Weil es alles eben nicht immer nur so reibungslos läuft, wie man es sich wünscht.

Das was ich mir jetzt wünsche ist, dass Euch das Heft so gut gefällt wie mir. Und das ihr vielleicht spürt, wenn ihr es in den Händen haltet, wie viel Herzblut in sowas drinsteckt. Alle Infos: HIER.
#lilaweißeliebe